Fotos: © Michael Nagl
Katalogtext von Florian Steininger zur Ausstellung im Mai 2026
Florian Schaumberger. Minimalistische Köpfe
Florian Schaumbergers aktuelles skulpturales Schaffen ist geprägt von Konkretion, Minimalismus und Fokus auf das Elementare. Die im Danubiana Meulensteen Art Museum präsentierten Werkbeispiele stammen aus den Serien der „Head“- und „Ahead“-Plastiken, die zwischen Figurativen und Architektonischen changieren. In der „Head“-Serie verschränken sich kubische Formen ineinander. Die Kopfform ist radikal minimalisiert, auf ein vertikales und horizontales Achsensystem konzentriert. Die organische Form mutiert zur architektonischen Konstruktion.
Schaumberger hat auf der Akademie der bildenden Künste bei Joannis Avramidis studiert, geprägt von der kubistischen Schule der Bildhauerei nach Wotruba, am Menschenbild stets festhaltend. Der Bildhauer radikalisiert die Formensprache zu einem minimalistischen Konzentrat an der Grenze zur abstrakten Aussage. Hierbei sei an die suprematistische und konstruktivistische Avantgarde erinnert, an Kasimir Malewitschs „Architektona“, skulptural-architektonische Gebilde, erschaffen aus einem rein abstrakt-geometrischen Formenvokabular der Kuben, oder an Alexander Rodtschenkos „Raumkonstruktionen“. Beide russischen Künstler orientierten sich zuvor an Pablo Picassos und Georges Braques figurativ-kubistischer Kunst. Schaumbergers Skulpturen referieren jedoch an den Menschen und sind in sich geschlossene bildhauerische Körper.
Die „Ahead“-Skulpturen sind aufrecht strebende, stelenartige Konstruktionen, Wächtern gleich in ihrer vertikalen Statuarik. Zuerst konstruiert der Bildhauer seine Skulpturen aus Holzplatten und lässt sie dann in Bronze gießen, wie etwa die Shining Ahead-Version im goldenen Schein. Abseits der formalen Dimension strahlen die Skulpturen eine geistige Kraft aus, etwas Konzentriertes, Denkendes, Verinnerlichtes, bei sich Seiendes.
So gibt Schaumberger einen der Arbeiten den Titel des Denkers, an Auguste Rodins gekauerten, die Hand an die Stirn gepressten Penseur erinnernd. Eine weiter Arbeit, die Eremit-Skulptur, veranschaulicht das in sich Gekehrte, Isolierte. Jene aktuellen Plastiken stehen diametral zu Schaumbergers zuvor entstandenen geschweißten Stahl-Skulpturen, die von Dynamik, Offenheit und gewalttätiger Expressivität gezeichnet waren.



